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14. Oktober 2021

Unzählige wichtige Ereignisse der mehr als tausendjährigen deutschen Geschichte sind seit vielen Jahren aus dem allgemeinen Gedächtnis der Bevölkerung entschwunden. Das liegt auch daran, dass sich die Geschichtsbetrachtung in Schule, sowie in Presse, Funk und Fernsehen in der Regel auf wenige Jahre der neueren deutschen Geschichte konzentriert. Um geschichtliche und gegenwärtige Ereignisse wirklich zu verstehen, muss man die Geschichte unseres Landes aber in ihrer Gesamtheit betrachten.

Zu den bedeutenden und identitätsbildenden epochalen Ereignissen unserer Geschichte gehören die Befreiungskriege 1813 – 15 und hier speziell die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. – 19. Oktober 1813 mit der anschließenden Verfolgung der französischen Besatzungstruppen bis nach Paris. In diesem Zusammenhang fand am Nachmittag des 26. Oktober 1813, hauptsächlich zwischen Großenlupnitz (Gemeinde Hörselberg-Hainich) und Eichrodt (Gemeinde Wutha-Farnroda), das blutige Gefecht bei den Hörselbergen statt. Dieses Ereignis war über Jahrzehnte in der hiesigen Bevölkerung völlig in Vergessenheit geraten. Dagegen war aufgrund des 1907 errichteten Hellwigdenkmals die Erinnerung an das Husarenstück des preußischen Leutnants Hellwig und seiner 55 Husaren am 17. Oktober 1806 in der Bevölkerung noch wach.

Mit der Errichtung der Befreiungsdenkmales auf dem Trenkelberg 2013 durch den ehemaligen Zweckverband Hörselberg (bestehend aus der Gemeinde Wutha-Farnroda, der Gemeinde Hörselberg-Hainich und der Hörselberggemeinde e. V.) konnte das Gefecht bei den Hörselbergen und der Rückzug der französischen Armee wieder in das geschichtliche Bewusstsein unserer Bevölkerung zurückkehren.

Diesen Gedanken, an das Gefecht bei den Hörselbergen, und damit an die Befreiungskriege und die Befreiung Deutschlands 1813/14 zu erinnern, nahm die „Artillerie Kittelsthal“, die im Bundesschützenverein 1725 Ruhla e. V. organisiert sind, auf, um nun alljährlich ein Böllerschießen mit zeitgenössischen Kanonen zu veranstalten. Seit einigen Jahren findet dieses unter reger Anteilname anderer Vereine statt. In diesem Jahr werden das wieder die Kanonenschützen Schmira (VDSK), die Artillerie Kälberfeld (VDSK), die Kanoniere des Schützenvereins Wernshausen 1993 e.V., der Bergschützen Ruhla e.V. und der Stadtwache Ohrdruf sein. Letztere bringen ihre Trommler und Fanfarenbläser mit.

In diesem Jahr wird das Schießen am Sonnabend, dem 16. Oktober 2021 stattfinden. Viermal werden am Samstagnachmittag Kanonensalven am kleinen Hörselberg und auch im Hörsel- und Erbstromtal zu hören sein. Diese Salven werden jeweils um 14.00, 15.00, 16.00 und 17.00 Uhr geschossen. Natürlich kann man sich in der Zwischenzeit die Kanonen auch aus der Nähe anschauen und sich erklären lassen.

T. Gieß