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01. Januar 2019

Ich wünsche Ihnen für das Neue Jahr alles Gute, vor allem Gesundheit und Schaffenskraft!

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wutha-Farnroda, werte Einwohner und Gäste,

zunächst möchte ich Ihnen für das Neue Jahr 2019 Gesundheit und alles erdenklich Gute wünschen. Vor allem wünsche ich uns ein erfolgreiches Jahr für und unsere Gemeinde Wutha-Farnroda, unsere Thüringer Heimat und unser Deutsches Vaterland.

Ein aufregendes Jahr 2018 liegt hinter uns. Hatte im Jahre 2017 der Widerstand der Thüringer Kommunen gegen die von dieser Landesregierung ursprünglich geplante Gebietsreform mit Zwangseingemeindungen Erfolg, so fanden 2018 zahlreiche gesetzliche Gemeindeneugliederungen auf der Grundlage von Stadtrats- und Gemeinderatsbeschlüssen statt. Nicht immer sind daraus Stadt- und Gemeindegebilde entstanden, die vernünftig zugeschnitten und dauerhaft zukunftsfähig sind.

Seit Mitte letzten Jahres grenzt die Gemeinde Gerstungen, dessen Rathaus 35 Kilometer von dem Unsrigen entfernt ist, mit ihren neuen Ortsteilen Eckardshausen-Wilhelmsthal und Wolfsburg-Unkeroda an unser Gemeindegebiet. Zum 01. Januar 2020 soll die Stadtgrenze Bad Salzungens (dann mit Etterwinden) nur noch zwei Kilometer von unserer Gemeindegrenze entfernt sein.

Sicher, je größer eine zusammengefasste kommunale Verwaltung ist, je größer ist grundsätzlich aufgrund der Spezialisierung der Verwaltungsmitarbeiter auch die Leistungskraft der Gemeinde. Wie aber bei solchen kommunalen Großgebilden aus einem Sammelsurium von Städten und Dörfern noch eine örtliche Gemeinschaft entstehen und bestehen soll, die ihre Angelegenheiten selbst verwaltet, ist nach meiner Auffassung mindestens fraglich.

Auf absehbare Zeit erachte ich deshalb die Gebietsstruktur unserer Gemeinde als eine, in der wir die Vorzüge einer leistungsfähigen Aufgabenverwaltung mit den Vorzügen einer orts- und bürgernahen Selbstverwaltung verbinden können. Ein Interessenausgleich zwischen den einzelnen Dörfern und Siedlungen ist noch gut möglich. Die Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden, insbesondere im Erbstromtal, möchte ich gerne weiter intensivieren, ohne dabei unsere zwischen 1993 und 1997 erkämpfte Unabhängigkeit für einen Weg ins Ungewisse aufzugeben. Gerade in dieser Hinsicht war 2018 für mich zwar ein anstrengendes, aber doch erfolgreiches Jahr.

Mit dem Neubau der Hörselbrücke zwischen Schönau und Kahlenberg ist letzterer Ort nach den Jahren der Bauzeit wieder in vollem Umfang auch für den Fahrzeugverkehr erreichbar. Diese Brücke ist schließlich nicht nur für Schönau und Kahlenberg bedeutsam, sondern auch für Eichrodt und Wutha. Nunmehr ist endlich wieder gewährleistet, dass Weinbergstraße und Kahlenberg von beiden Seiten auch mit Fahrzeugen erreichbar ist. Dies wird auch bei Havarie-, Unglücks- und Katastrophenfällen von großem Vorteil sein.

Gehwege und Beleuchtung der Ruhlaer Straße sind nunmehr von Farnroda bis hinunter nach Wutha fast in voller Länge erneuert. Lediglich die Erneuerung derselben zwischen der Farnrodaer Wiesenstraße und dem Feldschlösschen steht noch als Aufgabe für die nächsten Jahre.

Die Hörselberghalle erstrahlt mit Ihrer jetzigen Farbgebung im neuen Glanze. Mit den Malerarbeiten wurden auch zahlreichen Schaden au der Außenhaut der inzwischen 20 Jahre alten Halle beseitigt und neuen Schäden vorgebeugt.

Die Maßnahmen, die im Rahmen der finanziell geförderten Maßnahmen der Dorferneuerung in Mosbach getätigt wurden, sind abgeschlossen. Mosbach hat in den letzten Jahren eine wunderschöne Dorfmitte bekommen, auch wenn der Leerstand des Gasthauses "Zu den Drei Linden" dabei schmerzt. Im Jahre 2019 und in den Folgejahren steht nun der der Ausbau der Dorfstraße in Mosbach vom Ortseingang her, einschließlich Kanal- und Wasserleitungsbau und allem was dazugehört, an.

Auch der Brandschutz wird in der gesamten Gemeinde  im Jahr 2019 nicht vernachlässigt. Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) ist in Auftrag gegeben und wird voraussichtlich Ende des Jahres zur Verfügung stehen.

Zu den besonders aufwendigen Maßnahmen, zu denen die Gemeinde aufgrund immer strenger werdender Brandsicherheitsanforderungen gezwungen war, gehörten auch die Sanierungen in den Kindergärten Schönau a. d. H und Mosbach. Bedauerlicherweise genügte den Beamtinnen des thüringischen Bildungsministeriums die im vergangenen Jahr in Mosbach getätigten Umbauarbeiten im Wert von fast 400.000 € immer noch nicht. Sie stellten mit Billigung des zuständigen Ministers weitere Forderungen zu Umbau des Kindergartens. Nach langwierigen Verhandlungen erklärte sich das Bildungsministerium nunmehr bereit, im Jahre 2019 eine dauerhafte Betriebserlaubnis zu erteilen, wenn die Gemeinde weitere Umbauarbeiten im Werte von 100.000 € vollzieht. Ich möchte das an dieser Stelle nicht weiter kommentieren.

Gleichzeitig wird das im Bildungsministerium erarbeitete und nun zur Abstimmung im Landtag anstehende neue Schulgesetz den Bestand unserer Regelschule Wutha-Farnroda gefährden. Das Jahr 2019 wird daher, das ist schon jetzt vorhersehbar, vom gemeinsamen Kampf der Gemeinden und Landkreise gegen die thüringischen Schulbehörden um den Erhalt der noch vorhanden Schulstandorte geprägt sein.

Die Bevölkerung der Gemeinde ist auch 2018 - allen Prognosen zum Trotz auf 6699 - Einwohner angewachsen. Von diesen rund 6.700 Einwohnern haben rund 6.445 ihren gemeldeten Hauptwohnsitz in unserer Gemeinde. Darunter sind 5.885 Bürger, die die bundesdeutsche Staatsbürgerschaft besitzen. 24 Gemeindebürger haben neben der bundesdeutschen auch eine ausländische Staatsbürgerschaft. Rund 249 Deutsche haben in der Gemeinde eine Nebenwohnung. Die Zahl der ausländischen Einwohner ist auf 565 weiter angewachsen.

Ich hoffe und wünsche mir deshalb, dass es auch 2019 bei einem friedlichen Zusammenleben aller Einwohner in Wutha-Farnroda bleibt.

Im Jahre 2019 stehen zahlreiche Wahlen an. Am 26. Mai  haben Sie die Möglichkeit Ihren Gemeinderat neu zu wählen. Und natürlich können Sie sich, wenn Sie sich der Aufgabe gewachsen fühlen, auch wählen lassen. Gleiches gilt für die Kreistagswahlen. Gerade im Wartburgkreis ist die Frage aus welchem Ort das künftige Kreistagsmitglied kommt, von herausragender Bedeutung für die künftige Kreispolitik. Gleichzeitig mit den Gemeinderats- und Kreistagswahlen findet auch die Europawahl statt.

Mit Ihrer Stimmabgabe am 27. Oktober 2019 zu den Landtagswahlen entscheiden Sie über das weitere Schicksal unseres schönen Thüringen! Ob es im kommenden Jahr auch noch zu einer Bundestagswahl kommt, ist ungewiss.

Überlegen Sie es sich bei diesen Wahlen genau, welche Personen Ihre Interessen im Gemeinderat, im Kreistag, im Landtag, im Europäischen Parlament oder vielleicht auch im Bundestag künftig vertreten sollen. Machen Sie sich vor den Wahlen kundig, was die zur Wahl stehenden Personen, denen Sie Ihr Vertrauen schenken wollen, bislang gemacht haben, und wofür Sie stehen, und versuchen Sie einzuschätzen, welche Taten ihren Worten voraussichtlich folgen werden. Treffen Sie aufgrund dieser Überlegungen Ihre Entscheidung. Wenn Sie die Entscheidung nicht treffen, werden es andere ohne Ihre Einflussnahme tun!

Die Welt um uns herum ist leider nicht friedlicher geworden. Das Wichtigste im Jahre 2019 ist deshalb wohl, dass die Bürger und Einwohner unserer Gemeinde und unseres Landes weiter friedlich zusammen leben und miteinander reden. Dieses friedliche Zusammenleben gehört zu den Grundlagen unseres Wohlstandes. Friedfertigkeit kann aber nicht bedeuten, dass wir um des lieben Friedenswillens alles hinnehmen, was wir an Fehlentwicklungen in unserem Land wahrnehmen. Das wäre der Weg zurück in die Unfreiheit. Unsere vor 30 Jahren errungene Freiheit gilt es zu verteidigen.
 

Ich wünsche Ihnen für das Neue Jahr alles Gute, vor allem Gesundheit und Schaffenskraft!

 

Ihr Bürgermeister
Torsten Gieß